Kategorien
Tests

Apple Watch Series 7 im Test: Kann die Smartwatch überzeugen?

Apples Uhr wird von Jahr zu Jahr kontinuierlich verbessert. Kann auch die Apple Watch Series 7 überraschen und inwieweit lohnt sich der Umstieg von einem älteren Modell? Stellen die günstigeren Modelle SE und Series 3 auch eine brauchbare Alternative für Umsteiger oder Neueinsteiger dar?

Robustes Gehäuse

Am grundsätzlichen Ausehen der Apple Watch ändert sich auch mit der Series 7 nicht allzu viel. Das reduzierte und simple Design bleibt also weiterhin erhalten. Die Uhr ist gewohnt makellos verarbeitet und wirkt äußerst robust. Das Gehäuse bietet einen besseren Schutz vor Staub – wasserdicht war die Uhr bereits vorher. Das Display-Glas ist widerstandsfähiger und bruchsicherer als je zuvor.

Minimal größer und schwerer

Die Apple Watch steht nach wie vor in zwei Größen zur Auswahl: Eine kleinere Damen- und eine größere Herren-Ausführung.

Das Gehäuse bei der Series 7 ist im Vergleich zur Series 4, 5 und 6 mit einer Seitenlänge von 40 bzw. 44 Millimeter um lediglich einen Millimeter gewachsen und beträgt jetzt 41 bzw. 45 Millimeter. Dies fällt jedoch wirklich kaum auf.

Im Vergleich zur Series 0, 1, 2 und 3 mit einer Seitenlänge von 38 bzw. 42 Millimetern bringt das jedoch einen enormen Zuwachs und vermittelt ein ganz anderes Gefühl. Vor allem für Besitzer dieser älteren Modelle lohnt sich ein Umstieg auf die Series 7 also durchaus.

Auch beim Gewicht hat sich kaum etwas getan, sowohl die 41-Millimeter-Variante als auch das 45-Millimeter-Modell haben gerade einmal rund 2 Gramm zur Series 6 zugelegt.

Viele Materialien und Farben stehen zur Wahl

Neben den beiden Größen hat man die Qual der Wahl zwischen den unterschiedlichen Materialien und Farben. Das Einstiegsmodell bietet ein mattes Aluminiumgehäuse mit einem Display aus Ion-X-Glas. Hochwertiger und robuster wirken jedoch die Varianten mit Edelstahl- bzw. Titangehäuse – diese haben zudem Displays aus kratzfestem Saphirglas. Ein Nachteil dieser Modelle ist jedoch das etwas größere Gewicht im Vergleich zur Alu-Variante.

Die Sondereditionen von Nike und Hermès grenzen sich lediglich mit eigenen Armbändern und zusätzlichen Zifferblättern von den Standardmodellen ab.

Hochwertiges Display

Da das Display inzwischen fast bis ganz an den Gehäuserand reicht und auch die Auflösung höher wurde ist die Bildschirmfläche gewachsen. Entsprechend erhalten Inhalte und Bedienelemente etwas mehr Platz.

apple-watch-bildschirmgrößenvergleich
Größenvergleich der Bildschirme. (Bildquelle: Apple)

Das Always-On-Display strahlt bei Inaktivität, also wenn man den Arm herabhängen lässt, etwas heller als zuvor. Die maximale Bildschirmhelligkeit hat Apple indes nicht verändert.

Die Bedienung des Touchscreens sowie der Krone und der Taste am rechten Gehäuserand unterscheidet sich nicht von bisherigen Apple-Uhren: Alles reagiert schnell und präzise. 

Bisherige Armbänder passen weiterhin

Eine gute Nachricht für alle Bestandskunden: Die Armbänder aller älteren Apple-Uhren lassen sich auch an den neuen Modellen weiter verwenden.

Obwohl das Gehäuse der Apple Watch seit dem Urmodell mittlerweile um drei Millimeter gewachsen ist, passen weiterhin alle bisher verwendeten Armbänder. Das bedeutet, dass für die kleineren Modelle mit 38, 40 und 41 Millimetern die Bänder nach wie vor austauschbar sind wie bei den größeren Varianten mit 42, 44 und 45 Millimetern.

Das Wechseln der Armbänder ist clever gelöst und läßt sich sehr schnell erledigen. Auch die Auswahl an verfügbaren Armbändern ist sehr umfangreich.

Unabhängigkeit mit Mobilfunk

Die Apple Watch gibt es neben der GPS-Variante auch als GPS+Cellular-Version, die sich per LTE-Modem direkt mit dem Mobilfunknetz verbindet. Somit kann man, selbst wenn kein iPhone oder WLAN in der Nähe ist, Anrufe tätigen und die Datenverbindung nutzen.

Durch die Mobilfunkunterstützung erhöht sich der Preis des Alu-Einstiegsmodells um rund 100 Euro. Bei den teureren Modellen ist das LTE-Modem bereits integriert.

Eine freie Mobilfunktarifwahl für die Apple Watch ist weiterhin nicht möglich. Sie muss mit derselben Rufnummer konfiguriert werden, die auch auf dem iPhone eingerichtet ist. Um die Uhr ins Mobilfunknetz zu bringen wird die integrierte eSIM aktiviert. Entsprechend wird ein Mobilfunktarif benötigt, der mehrere SIM-Karten unterstützt.

Da die meisten Nutzer das mit der Uhr gekoppelte iPhone ohnehin immer dabei haben, dürften sie die Mobilfunk-Funktion in der Apple Watch also eher nicht benötigen. Ganz unabhängig ist die Apple Watch – ob mit oder ohne Mobilfunk – bis heute nicht: Sie muss nämlich über ein iPhone eingerichtet werden.

Akzeptable Akkulaufzeit

Trotz des besseren Displays ist die Akkulaufzeit gegenüber den Vorgängern unverändert geblieben. Apple gibt sie mit bis zu 18 Stunden an, was durchaus realistisch sein kann.

Wer die Uhr jedoch intensiv nutzt und viel unterwegs ist, kann weiterhin Probleme haben, mit einer Ladung gut durch den Tag zu kommen. Die geringe Akkulaufzeit bleibt sicherlich die größte Schwäche der Apple Watch. Die Uhr einmal pro Tag vor dem Schlafengehen aufzuladen gehört also zur täglichen Routine.

Schnelles Aufladen

Den Akku lädt man magnetisch per Induktion über das beiliegende 1 Meter lange Kabel. Die älteren Uhren lieferte Apple noch mit USB-A-Kabel aus, die Series 7 nutzt jetzt eines mit USB-C.

In Verbindung mit einem USB-C-Netzteil lässt sich die Series 7 somit etwas schneller aufladen. Ein Netzteil liegt der Series 7 leider nicht mehr bei, das hatte Apple schon bei der letzten Generation aus dem Lieferumfang gestrichen.

Von Vorteil mag diese verbesserte Schnellladefunktion auf jeden Fall sein, wenn man die Uhr auch über Nacht zur Schlafüberwachung trägt.

Umfangreiche Funktionen für Fitness und Gesundheit

Bei den Fitness- und Gesundheitsfunktionen bietet die Series 7 gegenüber der Series 6 keine Neuerungen. Es bleibt bei den Sensoren für die Messung von Plus, EKG, Sauerstoffsättigung im Blut sowie Sturzerkennung und Lärmüberwachung.

Die Apple Watch gibt Warnhinweise bei zu hoher bzw. zu niedriger Herzfrequenz und bei einem unregelmäßigem Herzrhythmus. Über die Einkanal-EKG-Aufzeichnung erkennt die Uhr Anzeichen für Vorhofflimmern. Diese Herzrhythmusstörung tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf.

Das medizinisch zertifizierte EKG dauert 30 Sekunden und misst sehr genau. Die Messung der Blutsauerstoffstättigung dauert 15 Sekunden und dient dagegen eher nur zur groben Orientierung, ob ein Gesundheitsproblem vorliegen könnte.

Mithilfe der Beschleunigungssensoren bemerkt die Uhr, wenn der Träger stürzt, und setzt automatisch einen Notruf ab, wenn er nach etwa einer Minute nicht aufsteht. Zusätzlich werden vorab definierte Notfallkontakte benachrichtigt. Ein Notfall-SOS-Anruf kann jederzeit auch manuell ausgelöst werden.

Eine integrierte Lärmüberwachung per Geräusche-App warnt, wenn die Umgebungslautstärke so intensiv wird, dass sie dem Gehör schaden kann.

Eine Diagnose durch einen Arzt kann die Smartwatch von Apple natürlich nicht ersetzen, man erhält aber durchaus eine fundierte Einschätzung des Gesundheitszustandes und kann dann bei beunruhigenden Signalen frühzeitig einen Fachmann aufsuchen.

Die unterschiedlichen Aktivitäten und zahlreichen Trainings hat man auf der Apple Watch sowie in den dazugehörigen Analyse-Apps für Fitness bzw. Health am iPhone natürlich auch stets im Blick. Die Uhr motiviert und animiert mit den täglichen Aktivitätsringen, monatlichen Aufgaben und eigenen Fitness-Herausforderungen zu speziellen Anlässen.

Sonstige interessante Funktionen

Die Series 7 bietet folgende, bereits von den Vorgängern bekannte Features:

  • Die Uhr aktiviert den Bildschirm, wenn man das Display betätigt oder den Arm hebt und dreht, um auf die Uhr zu sehen. Alternativ zeigt das Always-On-Display ständig das gedimmte Zifferblatt an. Nur im Schlaf- und Theatermodus bleibt das Display schwarz, um Störungen zu vermeiden.
  • Bevor der Akku leer läuft, wechselt die Apple Watch rechtzeitig automatisch in einen speziellen Stromsparmodus und zeigt weiterhin wie eine klassische Uhr noch die Uhrzeit an.
  • Der ständig aktivierte Höhenmesser ist besonders bei Wanderungen praktisch.
  • Ein Kompass verbessert die Navigation in der Karten-App und beim Navigieren mit traditionellem Kartenmaterial.
  • Das Bezahlen mit der Apple Watch per Apple Pay funktioniert problemlos.
  • Die schlaue Assistentin Siri antwortet auf gestellte Fragen auch per Sprache.
  • Die Uhr kann mittels der „Wo ist?“-App geortet werden.

Macht das Upgrade auf die Series 7 Sinn?

Die Preise der Series 7 haben gegenüber der Series 6 nicht zugelegt und beginnen weiterhin bei 429 Euro für das 41-Millimeter-Modell und bei 459 Euro für die Variante mit 45 Millimeter.

In Hinblick auf den eingesetzten Chip gibt es im Vergleich zur Series 6 keine nennenswerten Neuerungen. Als Prozessor setzt Apple einen 64‑Bit Dual‑Core Prozessor namens S7 ein, welcher den S6 des Vorgängermodells ablöst. Laut Apple liefern beide die gleiche Leistung. Beim Flash-Speicher bleibt es bei 32 GByte Kapazität.

Wer also bereits eine Apple Watch Series 6 nutzt, hat wirklich kaum Gründe, schon wieder eine neue Uhr zu kaufen. Dafür sind die Neuerungen der Series 7 gegenüber der Series 6 einfach zu gering. Man muss wirklich nicht immer das neueste vom Neusten haben.

Für Besitzer älterer Apple-Uhren lohnt sich das Upgrade dagegen durchaus, denn vor allem der Fortschritt gegenüber der Series 0, 1, 2 und 3 ist enorm.

Fazit: Apple setzt bei der Series 7 hauptsächlich auf Bewährtes

Die Apple Watch Series 7 ist dank ihrer ausgefeilten Funktionen für Fitness und Gesundheit wohl mit Abstand die beste Smartwatch, die es derzeit auf dem Markt gibt. Sie ist tief im Apple-Ökosystem integriert und spielt mit dem iPhone ausgezeichnet zusammen. Das beginnt beim Einrichten der Uhr, wird bei den verfügbaren Anwendungen deutlich und zeigt sich vor allem bei der Verwendung im Alltag.

Was ist von der SE und der Series 3 zu halten?

Apple bietet nach wie vor die günstigeren Modelle Apple Watch SE und Apple Watch Series 3 an.

Für Umsteiger oder Neueinsteiger, die auf Blutsauerstoffmessung, EKG-Aufzeichnung und ein Always-On-Display verzichten können, ist die funktionsärmere Apple Watch SE ab 299 Euro sicher eine preiswerte Alternative zur Apple Watch Series 7.

Die Apple Watch Series 3 ab 219 Euro ist zwar durchaus noch brauchbar, aber mittlerweile technisch und optisch hoffnungslos veraltet. Also besser 80 Euro mehr für die modernere Apple Watch SE ausgeben. Oder noch besser, falls es das vorhandene Budget zulässt, überhaupt gleich zur aktuellen Apple Watch Series 7 greifen.