Apple TV 4K im Test: Lohnt sich die teure Streaming-Box?

Das Apple TV 4K (2. Generation) ist rein äußerlich betrachtet sicherlich recht unspektakulär. Da die TV-Box jedoch meist neben oder hinter dem Fernseher verstaubt, stellt dies sicherlich kein Problem dar. Das kleine mattschwarze Kästchen von Apple ist jedoch Streaming-Gerät, Spielkonsole, Zugang zu Apple-Diensten und Smart-Home-Zentrale in einem.

Einrichtung in wenigen Minuten

Einfach das Apple TV 4K an den Strom anschließen und ein HDMI-Kabel in den Fernseher stecken – fertig. Leider ist das HDMI-Kabel trotz des hohen Preises nicht im Lieferumfang enthalten.

Wer bereits ein iPhone besitzt, kann es bei der Einrichtung in die Nähe des Apple TV 4K halten, um diverse Einstellungen des Smartphones direkt zu übernehmen. Auch Einsteiger finden sich im Menü mit den großen Kacheln relativ schnell zurecht.

Gerade für Besitzer älterer Fernseher ist der Kauf einer Streaming-Box wie der Umstieg auf ein neues TV-Gerät. Das Menü bietet bekannte Streaming-Apps, diverse Mediatheken, Spiele und viele andere Apps.

Überarbeitete Fernbedienung als Highlight

Die neue Fernbedienung namens Siri Remote ist länger, dicker und hat eine etwas gewölbte Rückseite, wodurch sie besser in der Hand liegt. Sie ist vollständig aus recyceltem Aluminium gefertigt, hat scharfe Kanten, runde Formen und ist logisch und intuitiv gestaltet. Die Haptik der Tasten ist angenehm, allerdings klicken diese etwas laut.

Mit der TV-Taste gelangt man ins Menü. Die Siri-Taste für die Sprachsteuerung, ohne mühsam etwas eintippen zu müssen, befindet sich an der rechten Seite der Fernbedienung. Rechtshänder können sie deshalb bequem mit dem Daumen erreichen – Linkshänder müssen leider etwas umgreifen. Erstmals gibt es auch einen Mute-Knopf und mit dem Hauptschalter der Fernbedienung kann auch der angeschlossene Fernseher ein- und ausgeschaltet werden, was ziemlich praktisch sein kann.

Auf der Fernbedienung kann man klicken und wischen, um durch das Menü zu navigieren oder durch Filme zu spulen. Man sollte sich jedoch nicht von der etwas unpräzisen Wischbedienung abschrecken lassen. Geladen wird die Fernbedienung über einen Lightning-Anschluss auf der Unterseite.

Überzeugende innere Werte

Unter der Haube hat Apple viele Details verbessert. Der A12-Bionic-Chip beschleunigt das Apple TV 4K im Vergleich zu den Vorgängermodellen spürbar. Der schnelle Prozessor sorgt dafür, dass sich alles ohne spürbare Verzögerungen bedienen lässt. Die höhere Rechenpower ermöglicht das Anzeigen von Inhalten, die zum Beispiel mit dem iPhone 12 aufgenommen wurden. Also Filme in Dolby Vision HDR mit 4K-Auflösung und bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Diese Qualitätsstufe wird derzeit allerdings nur von den wenigsten Streaming-Diensten unterstützt.

Neu ist auch eine Farbkorrektur, um das Bild am Fernseher zu verbessern. Dazu hält man einfach das iPhone in die Nähe des Bildschirms und die Box macht dann den Rest. Eine weitere Neuerungen ist HDMI 2.1 zur Verbindung mit modernen Fernsehern. Selbstverständlich ist das Apple TV 4K auch mit älteren Fernsehern kompatibel. Durch Wi-Fi 6 werden höhere Datenraten unterstützt und die neue Funktechnologie Thread ermöglicht moderne Smart-Home-Lösungen.

Apple TV 4K als Schaltzentrale für das Smart Home

Wie bereits der Lautsprecher HomePod ist auch das neue Apple TV 4K eine durchaus brauchbare Schaltzentrale für vernetzte Geräte im Smart Home. Kameras, Lampen oder Schalter können ohne Umweg eingebunden und zum Beispiel per Sprache über Siri gesteuert werden. Der Funkstandard Thread steckt in immer mehr Geräten unterschiedlichster Hersteller.

Wer braucht das Apple TV 4K?

Es stellt sich im Jahr 2021 sicherlich die grundlegende Frage: Braucht man überhaupt noch eine Streamingbox? Denn in vielen Fernsehern sind manche Apps bereits integriert. Und moderne Fernseher lassen sich meist genauso komfortabel bedienen. Hier kann man sich den Kauf einer Streamingbox eigentlich sparen.

Anders sieht es für Besitzer von älteren Modellen aus. Diese betagten TV-Geräte sind meist langsam und leiden an chronischem App-Mangel. Wer seinen alten Fernseher jedoch behalten und ihn nur etwas modernisieren möchte, kommt um eine Streaming-Box nicht herum.

Es gibt sicherlich deutlich günstigere Optionen anderer Hersteller, die einen Bruchteil der Apple-Box kosten. Für das Apple TV 4K sollte man sich jedoch entscheiden, wenn man bereits andere Geräte von Apple besitzt und Dienste wie iCloud nutzt. So kann man mit der Streaming-Box von Apple zum Beispiel zwei Paar AirPods koppeln, um gemeinsam auf dem großen Fernseher zu schauen, ohne die Nachbarn zu stören. Oder man verbindet das iPhone mit der TV-Box, um es als Ersatz-Fernbedienung zu nutzen.

Fazit: Eine gelungene Streaming-Box

Das neue Apple TV 4K bringt im Vergleich zu den Vorgängermodellen spürbar mehr Tempo, ein paar sinnvolle technische Neuerungen und eine überarbeitete Fernbedienung. Wer von einer älteren HD-Box auf die 4K-Version umsteigt, wird deutliche Unterschiede merken. Wechselt man aber vom 4K-Vorgänger, sind die Unterschiede jedoch kleiner.

Das Apple TV 4K mit 32 GB Speicher kostet 199 Euro und für die Variante mit 64 GB Speicher sind 219 Euro nötig. Die neue praktische Fernbedienung gibt es auch einzeln für 65 Euro zu kaufen. Da sie auch mit den Vorgängermodellen von Apple TV 4K sowie Apple TV HD funktioniert, kann sich der Einzelkauf der aktuallisierten Siri Remote durchaus lohnen.

Beim neuen Apple TV 4K (2. Generation) wurden viele Details verbessert bzw. optimiert. Es handelt sich dabei bestimmt um eine der besten Streaming-Boxen am Markt. Sicherlich aber auch um eine der teuersten.


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